OPERATIONSABTEILUNG

Effektiv, sicher & schonend durch modernste Technologie

Die Operationsabteilung ist das Herzstück der Klinik. Täglich werden bis zu 14 Operationssäle betrieben. Davon sind 3 Säle speziell für neurochirurgische Eingriffe ausgestattet, einer mit intraoperativem MRI, einer mit intraoperativem CT und ein weiterer, sogenannter Hybrid-Operationssaal mit intraoperativer Angiographie. Damit ist die Klinik europaweit das einzige Zentrum, das alle verfügbaren intraoperativen Bildgebungsmodalitäten anbieten kann.

 

Darüber hinaus steht auch die modernste Technologie in Bezug auf Mikrochirurgie und Endoskopie, Dokumentation und Bildübertragung zur Verfügung. Elektive Eingriffe aller Schwierigkeitsgrade werden täglich bis auf Sonntag durchgeführt, Notfälle natürlich zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Intraoperative Computertomographie

Im Jahr 2009 wurde die „BrainSUITE“ der Fa. BrainLab in Betrieb genommen und seitdem regelmäßig modernisiert. Dabei handelt es sich um einen Operationssaal mit einem vollwertigen Computertomographen (CT). Dieser Saal ist ideal für Operationen an der Schädelbasis, da mit dem CT knöcherne und solide Tumore der Schädelbasis gut dargestellt werden können. Bei der Entfernung eines großen Tumors der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) oder Operation eines Tumors der Hirnhaut (Meningeom) ist das intraoperative CT ebenfalls sehr hilfreich. Noch vor dem vollständigen Verschluss der Schädelöffnung können neue Bilder angefertigt und das chirurgische Ergebnis kontrolliert werden. Der Patient verlässt den Operationssaal also nur, wenn alles in Ordnung ist, d.h. der Tumor so weit wie vorgesehen entfernt und eine Komplikation ausgeschlossen ist.

Intraoperative Kernspintomographie

Im Jahr 2012 wurde ein weiterer Operationssaal für den Betrieb eines intraoperativen Kernspintomographen umgebaut. Mit dem PoleStar N30 steht ein innovativer und mobiler Kernspintomograph zur Verfügung, der unmittelbar am Operationstisch eingesetzt werden kann und die Verwendung des regulären Instrumentariums und Equipments ermöglicht. Dies ist ein sehr grosser Vorteil gegenüber anderen Systemen. Vor allem bei Operationen von Hirntumoren ist die Verwendung der intraoperativen Kernspinntomographie hilfreich, da mit dieser Technik die Weichteile des Gehirns besonders gut abgebildet und mit Hilfe der Neuronavigation so Resttumoranteile sicher identifiziert werden können. Die Anfertigung eines intraoperativen MRI bedeutet einen großen technischen und zeitlichen Aufwand. Die Mühe lohnt sich jedoch, da eine vollständige Tumorresektion bei vielen Hirntumoren die progressionsfreie Überlebenszeit nachweislich verbessert.

Intraoperative Angiographie (Hybrid-OP)

Die neueste Errungenschaft ist der 2013 in Betrieb genommene Hybrid-Operationssaal mit der intraoperativen Angiographie. Mit dieser Technologie können komplexe neurovaskuläre Läsionen wie arteriovenöse Malformationen und Aneurysmen in enger Kooperation mit unseren Kollegen der Neuroradiologie interdisziplinär behandelt werden. So können z.B. arteriovenöse Malformationen in einem Eingriff sowohl endovaskulär als auch operativ behandelt werden. Dabei werden zunächst die grösseren erkrankten Gefäße selektiv über einen Katheter endovasculär verschlossen, anschließend die kleineren, nicht mit dem Katheter zu erreichenden Gefässe über eine Schädelöffnung reseziert und zuletzt das Ergebnis noch beim geöffnetem Schädel angiographisch kontrolliert und die Operation nur dann beendet, wenn kein Rest des Gefässmalformation mehr nachweisbar ist.

Intraoperatives Funktionsmonitoring

Alle neurochirurgischen Eingriffe in funktionell wichtigen Regionen des Gehirns und am Rückenmark werden unter Überwachung der jeweiligen Funktion vorgenommen. In den meisten Fällen kann dies in Narkose erfolgen. Nur bei der Sprache und anderen höheren kortikalen Funktionen wie Rechnen, Schreiben und Lesen, ist dies nicht möglich. Hier kann eine intraoperative Funktionsüberwachung nur in Form einer sogenannten Wach-Operation erfolgen. [LINK WACH-OPERATIONEN]

Das Funktionsmonitoring, oder elektrophysiologisches Monitoring, erfolgt mit verschiedenen Methoden. Anwendung findet insbesondere die Erfassung spontaner und stimulierter Aktivität von Nervenzellen (EEG, EP) sowie spontaner und stimulierter Aktivität von Muskeln (EMG).

Das intraoperative EEG ist besonders bei Patienten mit epileptischen Anfällen hilfreich. Die intraoperative Elektrocortikographie (ECoG) ermöglicht mit direkt auf die Hirnoberfläche aufgebrachten Elektroden epilepsieverursachende Areale zu identifizieren und anschliessend zu entfernen.

Mit Hilfe von EPs können Gefühl (SEP) und Bewegung (MEP) der Arme und Beine sowie Seh- (VEP) und Hörvermögen (AEP) überwacht werden. Für die Beurteilung spielt dabei sowohl die Stärke der Antwort als auch die Geschwindigkeit der Ausbreitung eine wichtige Rolle.

EMG-Ableitungen geben durch das Auftreten spontaner Aktivität oder die Reaktion auf eine gezielte Stimulation wichtige Informationen über die Funktion relevanter Hirnnervenfunktionen wie des Gesichtsnervs, der Augenmuskelnerven und des Schlucknerven. Darüber hinaus können mit dieser Technik auch die Ursprungskerne einzelner Nerven im Hirnstamm gezielt identifiziert und entsprechend geschont werden.

Das Funktionsmonitoring erhöht den Erhalt wesentlicher neurologischer Funktionen und damit die Sicherheit neurochirurgischer Operationen. Zudem ermöglicht es uns bisher als inoperabel geltende Erkrankung mit Hilfe dieser Methode sicher und effektiv anzugehen.

Computergestützte Chirurgie Neuronavigation

Die Neuronavigation ist ein Verfahren zur intraoperativen Orientierung an Hand von Bilddaten. Durch Abgleich eines 3D-Computermodells des Patientenkopfes aus entsprechenden hochauflösenden CT- oder MRI-Daten mit dem tatsächlichen Patientenkopf im Operationssaal, ist eine millimetergenaue Zuordnung der Bilddaten auf den Patientenkopf möglich. So kann die exakte Lage und Ausdehnung eines Tumors auf die Oberfläche des Patientenkopfes oder auch nach Schädelöffnung auf die freigelegten Hirnareale projiziert werden. Dieses Verfahren unterstützt den Operateur dabei, den geplanten Zugang und die Präparationsrichtung zu realisieren und dadurch auch tiefliegende Läsionen auf die schonendste Weise zu erreichen. Durch die Neuronavigation wird auch bei stark veränderter oder unübersichtlicher Anatomie eine entsprechende Orientierung ermöglicht.

Die Neuronavigation wird aktuell bei praktisch allen neurochirurgischen Eingriffen am Schädel eingesetzt und ist aus der modernen minimal invasiven Neurochirurgie nicht mehr wegezudenken.

Augmentierte Realität

Es ist heute bereits auch möglich, weitere Informationen aus der präoperativen Diagnostik und Operationsplanung, wie Nervenbahnsysteme, Funktionszentren und Tumorgrenzen in das Navigationssystem zu integrieren. Ebenso können intraoperativ erhobene, aktuelle Bilddaten von Ultraschallgeräten, Angiographie-Systemen sowie Computer- und Kernspintomographen integriert und damit der jeweils aktuelle Stand der Operation abgebildet werden. Durch Hochleistungscomputersysteme können solche Informationen in Videobilder von Operationsmikroskopen und Endoskopen in Echtzeit eingespielt werden. Diese Technik wird auch augmentierte Realität genannt. Dieses technisch extrem aufwendige Verfahren ist aktuell besonders komplexen Eingriffen vorbehalten und kann derzeit noch nicht als Routineverfahren angesehen werden.

Fluoreszensgestützte Chirurgie

Die fluoreszensgestützte Operationstechnik kommt bei der Entfernung von schnellwachsenden Hirntumoren und bei Operationen an Hirngefässen zur Anwendung. Während der Operation wird je nach verwendetem Fluoreszenzstoff Licht einer bestimmten Wellenlänge vom Operationsmikroskop ausgesendet. Dadurch können z.B. Tumorzellen, die im Gegensatz zu gesunden Zellen nicht in der Lage sind, den Fluoreszenzstoff abzubauen, durch ihre lachsrote Farbe identifiziert und der Blutfluss durch Beimischung eines kurzwirksamen grünen Fluoreszenzstoffes selbst in kleinsten Gefäßen dargestellt werden.

Die fluoreszenzgestützte Resektion von Tumoren hat sich bei schnellwachsenden Gliomen und einigen Metastasen etabliert. Zahlreiche Publikationen zeigen, dass durch den Einsatz dieser Technik die Prognose der Erkrankung verbessert werden kann. Patienten mit V.a auf das Vorhandensein eines solchen Tumors erhalten 5-Aminolävulinsäure (5-ALA: Gliolan®), welches in Wasser aufgelöst und 3-5 Stunden vor der Operation getrunken werden muss. Das Stoffwechselprodukt Protoporphyrine reichert sich selektiv in den Tumorzellen an, die dieses Molekül nicht weiter abbauen können und dadurch in lachsroter Farbe fluoreszieren.

Die Kombination der fluoreszenzgestützten Resektionstechnik mit der intraoperativen MR-Bildgebung und Einsatz von Endoskopen hat das Potential einer weiteren Verbesserung der Radikalität unter maximaler Schonung der Hirnfunktionen.

Durch die Verwendung des Fluoreszenzstoffs Indocyaningrün (ICG) besteht die Möglichkeit, einer hochauflösenden intraoperativen Gefässdarstellung ohne Röntgenstrahlung. Das Fluoreszin ICG wird dafür in eine Vene gespritzt. Mit Hilfe von Infrarotlicht einer speziellen Lichtquelle an Operationsmikroskop oder Endoskop, wird der Blutfluss der an der Oberfläche liegenden Gefäße in Echtzeit sichtbar. Dieses Verfahren kommt in unserem Zentrum bei jeder Aneurysma- und AVM-Operation zum Einsatz, um ein optimales Operationsergebnis und gleichzeitig höchste Sicherheit für die Patienten zu gewährleisten. Die Kombination der ICG-Fluoreszenztechnik mit der konventionellen Angiographie im Hybrid-Operationssaal und dem zusätzlichen Einsatz von Endoskopen verspricht eine weitere Optimierung der chirurgischen Möglichkeiten in der vaskulären Neurochirurgie.

Vernetzter OP (OR1)

Der Operationssaal OR1 wurde mit Unterstützung der Firma Karl Storz realisiert – hier steht die Neuroendoskopie im Vordergrund. Mikroskop-basierte und endoskopische Operationstechniken werden optimal mit der elektromagnetischen und optischen Navigation kombiniert. Sämtliche Geräte im Saal können von einer zentralen Einheit gesteuert und alle Operationsschritte dokumentiert werden. Die Hintergrundbeleuchtung kann nach Vorliebe des Operateurs gewählt und damit eine beruhigende Atmosphäre für die konzentrierte Arbeit geschaffen werden.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die Echtzeitübertragung von Operationen im Rahmen von Operationskursen und Online-Webinaren.

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